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Über die Wichtigkeit der Täterarbeit und die Umsetzung neuer Handlungsstrategien

Laura Wahl und Gabriele Sondermann zu Besuch beim Projekt ORANGE

Um sich einen Eindruck in die – bisher noch wenig bekannte und selten frühzeitig genutzte – Interventionsform der Täterarbeit zu verschaffen, waren die Grünen-Politikerin Laura Wahl und Fachreferentin Gabriele Sondermann Ende Juni zu Gast beim Projekt ORANGE in Erfurt.

Die Täterarbeit soll als das wirksame Instrument zum Durchbrechen von Gewaltkreisläufen und dem Schutz der Opfer im häuslichen Umfeld wahrgenommen und etabliert werden. Eine breite Unterstützung auf gesellschaftlicher und vor allem politischer Ebene ist dafür essentiell.

Aus diesem Grund haben wir die Landtagsabgeordnete Laura Wahl (B90/Die Grünen) und Gabriele Sondermann (Referentin für Soziales, Arbeit, Familie, Gesundheit, Gleichstellung, Petitionen und Verbraucherschutz – ebenfalls Bündnis 90/ Die Grünen) ins Projekt ORANGE Erfurt eingeladen. Beide nahmen unsere Anfrage dankend an, sodass ein Treffen mit ihnen, unserem Geschäftsführer Torsten Kretschmer und den Fachkräften Anna Krautwurst und Silvio Möller in der Täterarbeitseinrichtung am 22. Juni 2021 möglich wurde.

Nach einer Projektvorstellung und allgemeinen Informationen zur Entwicklung der Täterarbeit im Freistaat Thüringen seit 2013 – und vorrangig in unserer Einrichtung – folgte ein Einblick in die praktische Arbeit mit den Täter*innen, dieser in einen konstruktiven und zugleich informativen Austausch zur Umsetzung des Artikel 16 der Istanbul-Konvention mündete. Hierbei wurde die Wichtigkeit der Täterarbeit als wesentlicher Teil der Interventionskette gegen häusliche Gewalt noch einmal deutlich gemacht.

Wir danken Frau Wahl und Frau Sondermann für diesen zugewandten und respektvollen Austausch.

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Laura Wahl und Gabriele Sondermann zu Gast im Projekt ORANGE Erfurt - 22.06.2021

Artikel 16 – Vorbeugende Interventions- und Behandlungsprogramme

(1) Die    Vertragsparteien    treffen    die    erforderlichen    gesetzgeberischen    oder    sonstigen Maßnahmen, um Programme einzurichten oder zu unterstützen, die darauf abzielen, Täter und  Täterinnen  häuslicher  Gewalt  zu  lehren,  in  zwischenmenschlichen  Beziehungen  ein gewaltfreies  Verhalten  anzunehmen,  um  weitere  Gewalt  zu  verhüten  und  von  Gewalt geprägte Verhaltensmuster zu verändern.

(2) Die    Vertragsparteien    treffen    die    erforderlichen    gesetzgeberischen    oder    sonstigen Maßnahmen,  um  Behandlungsprogramme  einzurichten  oder  zu  unterstützen,  die  darauf abzielen  zu  verhindern,  dass  Täter  und  Täterinnen,  insbesondere  Sexualstraftäter  und -täterinnen, erneut Straftaten begehen.

(3) Bei  den  in  den  Absätzen 1  und  2  genannten  Maßnahmen  stellen  die  Vertragsparteien sicher,  dass  die  Sicherheit,  die  Unterstützung  und  die  Menschenrechte  der  Opfer  ein vorrangiges    Anliegen    sind    und    dass    diese    Programme    gegebenenfalls    in    enger Zusammenarbeit  mit  spezialisierten  Hilfsdiensten  für  Opfer  ausgearbeitet  und  umgesetzt werden.

Gesamter Gesetzestext zur Istanbul Konvention