MEHR ALS EINE SIGNALFARBE

Das Projekt ORANGE will aufmerksam machen. Aufmerksam auf Gewalt, die meist hinter verschlossenen Türen stattfindet und negative Folgen für die gesamte Familie und die Gesellschaft hat. ORANGE will den Kreislauf häuslicher Gewalt durchbrechen und setzt dort an, wo sie entsteht, bei den Verantwortlichen. Nur wer die Gewalt ausübt, kann sie auch beenden.

Das Projekt versteht sich als Teil einer Interventionskette gegen Häusliche Gewalt. Wichtig ist daher die Kooperation und Vernetzung mit anderen Institutionen. Das Angebot richtet sich an erwachsene Männer, welche Gewalt gegen ihre (Ex-) Partnerinnen ausüben bzw. ausgeübt haben. Zugleich versteht sich das Projekt als Anlaufstelle für Männer, welche eine gewalttätige Eskalation in ihrer Partnerschaft befürchten und diesbezüglich Beratung wünschen. Primäres Ziel des sozialen Trainingsprogramms ist die Vermeidung erneuter Gewalt.

An dieser Stelle sollte ergänzt werden, dass für Frauen, welche Gewalt gegen ihren (Ex-) Partner ausüben, derzeit kein soziales Trainingsprogramm angeboten werden kann. Von der Beratung sind sie dennoch nicht ausgeschlossen. Ebenso haben betroffene Angehörige die Möglichkeit sich über das Projekt ORANGE zu informieren.

KERNINHALTE DES GRUPPENPROGRAMMS

  • Gewalt (Begriff, Handlungen, Schilderung, Auswirkungen, Alternativen)

  • Partnerschaft

  • Gefühle

  • Kommunikation

  • Frauen- und Männerbild (Vaterrolle, etc.)

SPENDEN

Als gemeinnütziger Verein sind wir auf die Unterstützung unserer Mitglieder und von Spenden abhängig. Spenden Sie und helfen Sie uns dabei, die Welt ein Stück besser zu machen.

SPENDEN

HÄUSLICHE GEWALT

Unter Häuslicher Gewalt wird in der Regel die von Männern gegen ihre (Ex-) Partnerinnen ausgeübte Gewalt verstanden. Dabei wird jede zielgerichtete Verletzung der seelischen und körperlichen Integrität einer anderen Person als Gewalt angesehen. Gewaltverhalten dient zumeist der Kontrolle der anderen Person. Dieses Verhalten kann bei den geschädigten Personen ernsthafte und lang anhaltende negative Auswirkungen auf Wohlergehen, Selbstwertgefühl, Autonomie, körperliche und seelische Gesundheit haben. Häusliche Gewalt ist somit physische, psychische, sexualisierte, soziale, emotionale und ökonomische Gewalt, Isolation, Stalking, Bedrohung und Einschüchterung (vgl. Standards und Empfehlungen für die Arbeit mit männlichen Tätern, BMFSFJ, Materialen zur Gleichstellungspolitik Nr. 109/2008).

Natürlich gibt es weitere Gewaltformen im sozialen Nahraum, so z.B. Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen, Gewalt von Frauen gegen ihren (Ex-)Partner, Gewalt gegen Kinder usw. Für diese Zielgruppen bedarf es jedoch gesonderter Konzepte und Standards.
Das vorliegende Angebot richtet sich sowohl an Selbstmelder als auch an von anderen Institutionen vermittelte bzw. zugewiesene männliche erwachsene Personen (z.B. Justiz, Jugendamt).

TRAININGSPROGRAMM

ORANGE ist ein Unterstützungs- und Beratungsangebot zur Verhaltensänderung für in Partnerschaften gewalttätige Männer. Dabei handelt es sich um ein kognitives- verhaltensorientiertes Programm, welches gewaltzentriert und konfrontativ arbeitet. Es wird davon ausgegangen, dass das ausgeübte Gewaltverhalten erlernt ist und damit auch verändert werden kann.
Das Trainingsprogramm ist weder Psychotherapie, noch kann es im Rahmen von Sexualstraftaten angewandt werden.

Das vorliegende Angebot ist ein soziales Gruppenprogramm. Um die Eignung des Betroffenen, die Zulassungskriterien, die Inhalte und Ziele des Programms zu erläutern bedarf es zunächst einiger Einzelgespräche (Anamnese und Vorbereitung). Auch im Rahmen der Krisenintervention, Nachbetreuung bzw. in Ausnahmefällen kann es notwendig sein Einzelgespräche zu führen.
Ziel ist jedoch die Arbeit in der Gruppe, welche von zwei Fachkräften geleitet wird. Die Gruppenstärke sollte 8 Personen nicht übersteigen. Gruppentreffen finden dann regelmäßig in einem festgelegten Turnus und über einen begrenzten Zeitraum statt.
Zu Beginn werden klare Absprachen zum Programm getroffen (z.B. Gewaltverzichtserklärung) und in schriftlicher Form festgehalten.
(vgl. Standards der Täterarbeit Häusliche Gewalt in der Praxis, BAG TäHG e.V.)

Unser Projekte